SDG Schweiz - die Schweizer Nachhaltigkeitsziele 2030

SDG Schweiz Agenda 2030: Was die 17 Nachhaltigkeitsziele allgemein bedeuten und was ich konkret dazu beitragen kann

Bis zum Jahr 2030 sollen die SDG, die Sustainable Development Goals, also die Nachhaltigkeitsziele der UN von allen Mitgliedsstaaten, und somit auch von der Schweiz, umgesetzt werden. Für viele sind diese Ziele jedoch sehr abstrakt und “grossspurig”. Aber jeder einzelne kann etwas dazu beitragen. 

Wir zeigen dir wie das geht und was du sehr konkret tun kannst. Aber zunächst möchten wir dir die 17 SDG Schweiz Ziele ganz kurz vorstellen – damit wir wissen, von was wir überhaupt sprechen:

  1. Armut in allen ihren Formen und überall beenden
  2. Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  3. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
  4. Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
  5. Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen
  6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  7. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern
  8. Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
  9. Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
  10. Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern
  11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten
  12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen
  13. Umgehend Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen*
  14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen
  15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen
  16. Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
  17. Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Kleinvieh macht auch Mist

Vieles davon klingt sicherlich für dich zunächst sehr theoretisch oder weltpolitisch interessant und weniger umsetzbar auf kleiner Ebene. Aber das täuscht! Denn zu praktisch allen Zielen kannst auch DU etwas beitragen. 

Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist und je mehr Leute sich daran beteiligen, desto bedeutender werden die Beiträge. In der Summe und in der Gemeinschaft können wir viel mehr erreichen, als wir uns vorstellen können. 

Was kann ich zu den 17 SDG Schweiz beitragen?

Eins ist klar … die 17 SDG Schweiz Ziele gehen uns alle an. Gerade wir in den reichen Industrienationen sind hier besonders gefragt. Wir haben die Power und die Möglichkeiten, wirklich etwas zu erreichen. 

Nehmen wir ein ganz konkretes Beispiel: Ziel 8 – Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern: 

Vielleicht magst du denken “Aber was kann ich denn tun, damit ein Mensch in Bangladesch einen Job hat?” Oh, du kannst eine Menge dafür tun. Aber ganz besonders kannst du etwas an dem Aspekt der “menschenwürdigen Arbeit” tun – und das könnte so aussehen: 

Anstatt dir im Discounter ein billiges T-Shirt zu kaufen, das übrigens am Ende genauso viele Ressourcen (nämlich z.B. bis zu 2.700 Liter Wasser) verbraucht hat, wie ein hochwertiges Shirt, kaufe dir viel lieber ein qualitativ hochwertiges Shirt, das aus BIO-Baumwolle hergestellt und fair gehandelt wurde. Hier kannst du davon ausgehen, dass nämlich auch die Arbeiter besser bezahlt wurden und die Umwelt insgesamt geschont wurde. 

Ein anderes Beispiel: Ziel 11 – Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten:

Natürlich kannst du nur schwerlich dafür sorgen, dass Rio de Janeiro sicherer wird. Du kannst auch vermutlich wenig gegen die Rattenplage in New York tun. Aber was du tun kannst, ist deine eigene Stadt nachhaltiger und besser zu machen. Starte im Rahmen der SDG Schweiz Urban Gardening, lege eine bienenfreundliche Wiese auf dem Flachdach deiner Garage an oder hilf dabei, ein brachliegendes Grundstück in einen Kinderspielplatz oder einen Community Garten zu verwandeln. 

Mach dich frei von dem Gedanken, dass man gleich alles auf einmal bzw. in der Gesamtheit angehen muss

Eines ist wirklich sehr wichtig – du musst dich von dem Gedanken freimachen, gleich alle SDG Schweiz Ziele in ihrer Gesamtheit angehen oder gar lösen zu müssen. Nimm dir einen Teilaspekt heraus und starte ganz klein und ganz nach deinen Möglichkeiten. Jeder kleine Teil zählt und summiert sich am Ende zu einem grossen Ganzen. 

Lasst uns hierzu noch ein Beispiel betrachten: Ziel 4 – Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern:

Wenn du vor einem solchen Ziel stehst mag es dich vielleicht erschlagen und du wirst denken: “Wie soll ich kleiner Hansel das denn bitte machen?”. Und dabei ist es ganz einfach. Vielleicht hast du ein besonderes Talent oder eine Fähigkeit, die anderen helfen könnte. 

Vielleicht hast du Kenntnisse über einen Bereich, der anderen Hilfestellung geben könnte. Vielleicht kennst du dich im Universitätswesen der Schweiz besonders gut aus und könntest per Youtube Unterricht geben, wie man ein Studium in der Schweiz erreichen kann. Oder du weisst, wie man einen Brunnen gräbt und was dabei zu beachten ist. 

Oder aber du hast Bastelideen, mit denen man am Ende Geld verdienen kann. Teile deine Kenntnisse mit der Welt – vielleicht kannst du anderen damit helfen.

Unterschätze niemals deine Macht als Konsument

Schauen wir uns ein weiteres konkretes Beispiel an: Ziel 14 – Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen: 

Versuche doch einfach mal zu überlegen, was du zu diesem SDG Schweiz Ziel beitragen könntest. Da du kein Fischer bist und die Schweiz auch nicht gerade am Meer liegt, scheint dir dieses Ziel vielleicht besonders weit weg. 

Aber sicherlich isst du auch Meeresfisch oder Muscheln, Krebse oder Hummer. Und schon bist du mittendrin! Und hierbei darfst du deine Macht als Konsument nicht unterschätzen. Denn du bist es, der am Ende bestimmt was und wie viel gefischt, gezüchtet und in den Geschäften angeboten wird. Würde niemand mehr Hummer essen (und kaufen), würden es die Fischer auch nicht mehr aus dem Meer holen. 

Wenn du Fisch nur noch aus nachweislich nachhaltig gefischten Beständen kaufen würdest, müssten die Massenfischereien umdenken. So einfach ist das. 

Schau dir nicht die Punkte an, bei denen du vielleicht weniger bewirken kannst, schaue dir die Dinge an, wo du etwas verändern kannst

Viele Schweizer machen leider den Fehler und tun die 17 SDG Schweiz einfach so ab mit der Begründung, dass sie eh nichts bewirken können. Wenn man Ziele wie die Nr. 6 – “Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten” liest oder auch Nr.16 – “Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen” dann kann man dies durchaus schon einmal denken. 

Aber lass dich von diesen Zielen nicht entmutigen und suche dir solche heraus, bei denen du etwas tun kannst. Tauche dazu ein wenig tiefer in einzelne Ziele ein und suche dir Teilaspekte heraus. Du musst nicht das gesamte Problem alleine lösen. Aber du kannst deinen Teil dazu beitragen. 

Die Schweiz mag klein sein, aber dafür ist sie sehr mächtig

Als Schweizer bist du privilegiert. Als Schweizer hast du die Macht, etwas zu bewirken. Nun kommt es einzig darauf an, dass du diese (gute) Macht auch nutzt und in die richtigen Bahnen lenkst. 

Lasst uns mit einem Zitat von Erich Kästner enden: “Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.”. In diesem Sinne: Lasst uns anfangen! Die SDG Schweiz Ziele warten auf dich!

1 Kommentar zu „SDG Schweiz Agenda 2030: Was die 17 Nachhaltigkeitsziele allgemein bedeuten und was ich konkret dazu beitragen kann“

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