Umweltschutz – Bild eines Baumes

Umweltschutz: Zehn ganz einfache Dinge, die du jeden Tag für Mutter Erde tun kannst

Umweltschutz muss nicht immer das Stilllegen der grössten Luftverschmutzer oder das Besetzen von Wäldern zum Schutz vor Rodung bedeuten. Umweltschutz kann ganz klein und simpel praktiziert werden und bei uns beginnen. Zwar ist es einfacher und in vielen Fällen bequemer, mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn es aber um den Schutz unserer Umwelt geht, sind wir alle gefragt, egal wie klein der Beitrag auch sein mag. Ich, du – wir alle sitzen im selben Boot. Damit sich das Boot aber in die richtige Richtung bewegt, müssen wir alle rudern und nicht darauf hoffen, dass “die anderen” es schon richten werden.

In diesem Artikel zeige ich zehn ganz einfache Dinge auf, die jeder in seinen Alltag einbauen kann, um ein wenig Last von den Schultern unserer Erde zu nehmen.

1. Sinnvoll konsumieren: Brauche ich das wirklich?

Nicht erst seit unserer modernen Marktwirtschaft bestimmt die Nachfrage das Angebot. Was nicht vom Konsumenten gekauft wird, wird auch irgendwann nicht mehr produziert. Wir bestimmen also mit unserem Kaufverhalten sehr direkt, welche Produkte sich auf dem Markt befinden.

Weniger zu konsumieren und nur die Dinge zu kaufen, die man auch wirklich braucht, entlastet nicht nur das Portemonnaie erheblich, sondern trägt auch zum Schutz der Umwelt bei. Vor jedem Kauf stelle ich mir mittlerweile zwei Fragen:

  1. Benötige ich das Produkt zum Leben oder würde es mein Leben erheblich vereinfachen?
  2. Gibt es zum entsprechenden Produkt eine nachhaltigere Lösung?

Die Antwort auf die erste Frage ist in den meisten Fällen ein klares “nein”. Ich kann definitiv ohne das elfte Paar Schuhe weiterleben und ich leide unter keiner unzumutbaren Härte, wenn ich zunächst die zehn Paare aufbrauche, die ich schon im Schrank stehen habe.

Die Antwort auf die zweite Frage kann in vielen Fällen mit einem klaren “ja” beantwortet werden. Ja, es gibt eine nachhaltigere Alternative zum Fabrikbrot. Ja, es gibt auch eine nachhaltigere Alternative zum Waschmittel, Shampoo oder der Zahnbürste aus Plastik.

Wer beginnt, strategisch einzukaufen, trägt in entscheidendem Masse zum Naturschutz bei.

2. Sag “nein” zum Mini-Müll

Es gibt tatsächlich noch eine ganze Menge Bars, Cafés und Restaurants, die die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt haben. Da bestellt man sich einen Kaffee oder einen Tee und bekommt allen möglichen Quatsch an den Tisch geliefert. Der Zucker versteckt sich in kleinen Tütchen, obwohl ein Streuer genau so gute Dienste leistet und der kleine Keks kommt in seiner eigenen Plastikverpackung.

Und warum ist das so? Weil wir es uns bieten lassen. Weil wir zu scheu, zu faul oder zu freundlich sind, den Mund aufzumachen und uns für Mutter Natur gerade zu machen. Dabei wäre es doch so einfach. Beklage dich freundlich über den Zustand und biete Alternativlösungen an. Zuckerstreuer statt Tütchen, Keksdose statt Einzelverpackungen, waschbare Handtücher statt Wegwerf-Variante.

Pro-Tipp: Ungenutzte Servietten werden vom Personal in Bars, Cafés und Restaurants weggeworfen. Nimm sie mit und nutze sie als Taschentücher. So landet der ganze Zellstoff wenigstens nicht ungenutzt im Kehricht.

3. MINDESTENS haltbar bis…

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Es heisst “mindestens haltbar bis…” und nicht “sofort tödlich ab…”. Ausnahmslos alle Lebensmittel sind auch nach Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums (MDH) noch einwandfrei geniessbar, ohne Einbussen hinsichtlich Geschmack oder Konsistenz hinnehmen zu müssen oder die Gesundheit in Gefahr zu bringen – einige etwas länger als andere.

Mein Tipp: Beachte das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht und verlass dich stattdessen auf deine Sinne. Wenn es gut aussieht, gut riecht, sich gut anfühlt und gut schmeckt, dann kannst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es auch gut ist.

In meiner Familie sind wir dazu übergegangen, das MDH mit einem schwarzen Stift überzumalen und unkenntlich zu machen. Das machen wir vor allem, um die Kinder davon abzuhalten, sich von teilweise willkürlich gedruckten Daten dazu verleiten zu lassen, einwandfreie Lebensmittel wegzuwerfen.

Wer sich dafür interessiert, wie lange verschiedene Lebensmittel nach Erreichen des MDH noch geniessbar waren, findet in diesem kurzen Video von Greenpeace Antworten. Über neun Monate hat die Umweltschutzorganisation unter anderem Jogurt, Käse und Salami getestet und ist zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Guckst du hier:

Wie lange sind Lebensmittel tatsächlich geniessbar? Greenpeace hat es getestet.

4. Geh den Dingen auf den Grund

Und damit meine ich vor allem Zahnpastatuben, Cremetöpfe, Senfgläser und alle anderen Verpackungen, die es einem schwer machen, auch noch den letzten Rest des Inhalts herauszubekommen. In vielen Fällen befindet sich noch eine ganze Menge des Inhalts in den Verpackungen, auch wenn wir mit herkömmlichen Methoden nicht mehr dran kommen.

Schneide deine Zahnpastatube oder deine Shampooflasche einmal auf und du wirst erstaunt sein, wieviel Zahnpasta und Shampoo du noch finden wirst. Gleiches gilt für Senf- oder Nutellagläser. Mit einem kleinen Kuchenschaber aus Gummi oder Silikon bekommt man auch die letzen Reste aus den Gläsern.

In die gleiche Kategorie fällt, Dinge bis zum Schluss zu nutzen oder wiederzuverwenden. Es gibt beispielsweise keinen Grund, warum man nicht das letzte Stück Seife in ein Seifensäckchen gibt oder es an das neue Stück klebt. Genau so wenig ist es einzusehen, dass nur einseitig beschriebenes Papier in den Müll wandert, ohne dass man die Rückseite als Schmierpapier verwendet.

5. Schluss mit der Dauerberieselung

Es gibt fast nichts Schöneres, als sich von warmem Wasser berieseln zu lassen. Stundenlang unter der Dusche zu stehen, fühlt sich zwar ganz toll an, ist aber aus Umweltschutzgründen in mehrerer Hinsicht nur semi-optimal. Zum einen wird zum Erhitzen von Wasser eine Menge Energie benötigt, zum anderen sind unsere Trinkwasserressourcen begrenzt und jeder Liter zählt.

Herkömmliche Duschköpfe lassen pro Minute etwa 15 Liter an Wasser passieren. Eine Standardbadewanne fasst im Schnitt 140 Liter. Wenn du also nur zehn Minuten unter der laufenden Dusche stehst, hättest du dir auch ein Bad einlassen können und vermutlich noch ein paar Liter Wasser gespart.

Warum nicht einfach mal das Wasser abstellen, während du dir die Haare wäschst oder dich einseifst? Nur zwei Minuten lang den Hahn zuzudrehen, spart schon 30 Liter Wasser. Das sind 300 Liter in zehn Tagen. Oder 10.950 Liter im Jahr, wenn man davon ausgeht, dass du jeden Tag duschst. Bei einer Familie von vier Personen reden wir hier über 43.800 Liter Wasser, das du nicht bezahlen musst, das nicht aufbereitet werden und nicht aus dem Boden gefördert werden muss.

6. Licht aus, Stecker raus – Standby muss nicht sein

Dass ich nicht für jede kleine Pause meinen Computer herunterfahre und vom Strom trenne, versteht sich hoffentlich von selbst. Genauso selbstverständlich sollte es aber sein, alle Verbraucher, die man nicht den ganzen Tag benötigt, auszuschalten und am besten ganz vom Stromnetz zu nehmen. Warum sollte ein Fernseher oder eine Stereoanlage im Standby-Betrieb laufen (und dabei ordentlich Strom verbrauchen), während du bei der Arbeit bist? Man lässt ja auch nicht das Wasser laufen, nur weil man sich in den kommenden drei, vier Stunden bestimmt mal die Händewaschen möchte. Genauso wenig lässt man das Auto in der Garage laufen für den Fall, dass man noch irgendwo hin möchte.

Selbst Geräte ohne Fernbedienung – also beispielsweise der Wasserkocher oder auch das Ladekabel vom Handy – verbrauchen Energie, sobald der Stecker in der Steckdose steckt. Daher gilt: Wenn ein Gerät nicht gebraucht wird, Stecker raus. Wer es sich ein wenig bequemer machen möchte, besorgt sich Steckdosenleisten mit Schaltern und schaltet alle daran angeschlossenen Geräte mit einem Knopfdruck ab.

7. Das Zero-Waste-Pack

Mein Zero-Waste-Pack setzt sich wie folgt zusammen: eine Wasserflasche aus Aluminium, ein Besteck-Set, verschiedene faltbare Einkaufstaschen und Gemüsenetze und zwei, drei Plastikdosen. Das Gesamtgewicht beträgt weniger als ein Kilogramm und ich kann es wirklich überall mit hinnehmen. So bin ich auf viele Situationen vorbereitet und kann Verpackungsmüll vermeiden, wo es nur geht.

Wie sieht dein Zero-Waste-Pack aus? Verrat’s mir in den Kommentaren.

8. Verpackungen wiederverwerten

Seien wir ehrlich: So sehr man sich auch bemüht, die meisten Verpackungen lassen sich gar nicht vermeiden. Das bedeutet aber nicht, dass sie ungenutzt auf den Müll müssen, nachdem sie leer sind – im Gegenteil. Die Verpackung von Toilettenpapier eignet sich beispielsweise hervorragend als Mülltüte. Altes Zeitungspapier kann immer noch zum Trocknen von Schuhen oder als Unterlage für den Bioabfall herhalten. Allerdings sollte man damit im Fall des Biomülls sparsam umgehen, damit nicht zu viel von der Druckerschwärze in der Biotonne oder auf dem Kompost landet.

9. Gemüsenetz statt Plastiktüten

Du greifst in der Frischeabteilung im Supermarkt immer noch zur Plastiktüte, anstatt dein Obst und Gemüse ins mitgebrachte Gemüsenetz zu geben? Dann bist du leider immer noch Teil eines riesigen Problems. Jedes Jahr enden etwa zehn Tonnen an Plastikmüll in den Weltmeeren, ein grosser Teil davon sind Plastiktüten. Wie sich das auswirkt, kannst du in diesem Bericht auf der Seite von Welt.de lesen.

Gemüsenetze sind spottbillig und halten eine Ewigkeit. Kauf dir am besten gleich einen ganzen Satz und statte dein Auto, deine Handtasche oder deine Jackentasche mit einem Netz aus, damit du immer eins dabei hast .

10. Bück dich!

Wer jetzt an etwas Unanständiges denkt: Du solltest dich schämen! Wir versuchen hier, den Planeten zu retten. Ich darf also um ein wenig mehr Ernst bitten.

Es geht darum, Müll aufzuheben, wenn man ihn sieht. Ob beim Waldspaziergang oder auf der täglichen Hunderunde – oft sieht man Müll und ärgert sich, dass ihn niemand aufhebt. Dabei ist die Lösung so einfach: Selbst ist der Mann oder die Frau. Nimm dir bei nächsten Spaziergang eine kleine Tüte oder einen Beutel mit und sammle vom Wegesrand auf, was dir ins Auge fällt. Sowas geht immer, da braucht man nicht auf den Weltumwelttag zu warten.

Fazit

Natürlich wäre es schön, den Welthunger zu beenden. Oder den Klimawandel. Da sich diese Dinge aber offenbar nicht an einem Wochenende regeln lassen und ich mittwochs die Kurze zu ihrer Klavierstunde fahren muss, müssen sich da andere drum kümmern. Ich tue, was ich kann, um es nicht noch schlimmer zu machen.

Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass meine Einzelleistungen auf den Umweltschutz einen Einfluss hat, der mit heute verfügbaren Instrumenten nicht einmal messbar ist. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass wir in der Masse eben doch etwas erreichen können. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Und daher sollten wir gemeinsam versuchen, ein bisschen kleinere Haufen zu legen. Wenn uns das nicht gelingt, wird am Ende alles Scheisse sein!

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