Bokashi vs wurmkomposter

Bokashi vs. Wurmkomposter – Was sind die Unterschiede und für wen eignet sich welche Methode?

Bokashi oder Wurmkomposter? Was ist der beste Weg, um Küchenabfälle zu recyceln? Bokashi ist eine effektive und umweltfreundliche Methode, um Küchenabfälle zu kompostieren. Der klassische Wurmkomposter natürlich ebenso. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Welche Methode ist also die Richtige für dich? Wir erklären dir, wie beide Verfahren funktionieren und worin die Unterschiede bestehen. Anschliessend kannst du entscheiden, ob du eher einen Wurmkomposter oder einen Bokashi nutzen möchtest.

1. Bokashi – die japanische Methode

Bokashi Material
Bokashi Eimer mit Abfällen

Bokashi ist eine japanische Methode zur Kompostierung, die bereits seit Jahrhunderten praktiziert wird. Bokashi bedeutet übersetzt »fermentierte Abfälle« und bezeichnet den speziellen Fermentationsprozess, der bei dieser Art der Kompostierung angewendet wird.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kompostier Systemen wie Wurmkompostierern fermentiert Bokashi organische Abfälle anaerob, d. h. ohne Sauerstoffzufuhr. Dies geschieht in einem luftdicht verschlossenen Behälter, in dem sich ein spezieller Bakterien-Kulturen-Mix befindet, der die Fermentation anregt und kontrolliert.

Mit der Bokashi Methode können praktisch alle organischen Abfälle kompostiert werden – auch Fleisch- und Milchprodukte, die normalerweise in einer herkömmlichen Komposttonne oder einem Wurmkomposter nicht eingefüllt werden würden.

Ein weiterer Vorteil von Bokashi ist, dass der Fermentationsprozess sehr schnell abläuft – in der Regel innerhalb von zwei Wochen, sodass du nicht wie bei anderen Methoden Monate oder gar Jahre warten musst.

Und schliesslich, weil der Fermentationsprozess ohne Sauerstoff abläuft, gibt es keinen unangenehmen Geruch bei der Bokashi-Kompostierung im Gegensatz zur normalen aeroben Kompostierung, die oft übel riechen kann.

Es gibt zwei Haupttypen von Bokashi-Systemen – Innen- und Aussenversionen. Bei der Innenversion handelt es sich in der Regel um einen kleinen Plastikeimer mit einem Deckel, der am Boden einen Zapfhahn zum Ablassen überschüssiger Flüssigkeit hat (die als Pflanzendünger verwendet werden kann).

Die Version für den Aussenbereich zumeist ein grösserer Behälter mit Belüftungsöffnungen, durch die die Luft zirkulieren kann, während gleichzeitig Schädlinge und Tiere ferngehalten werden.

Beide Systeme erfordern die Verwendung von spezieller “Bokashi-Kleie”, die die für die Fermentierung erforderlichen nützlichen Bakterien enthält. Falls du dich für Bokashi interessierst, dann empfehle ich dir unseren Ultimativen Bokashi Guide.

2. Wurmkompostieren – die westliche Methode

Wurmkomposter im Wohnzimmer
Wurmkomposter für drinnen

Die westliche Methode des Kompostierens ist der Wurmkomposter. Dabei werden Speisereste und Gartenabfälle in einem Behälter mit Erde, in der sich Regenwürmer befinden, deponiert.

Die Regenwürmer ernähren sich von den organischen Resten und produzieren dabei Kompost, der reich an Nährstoffen ist. Diese Methode eignet sich besonders gut für Haushalte, die viel Gemüse konsumieren und daher auch viele Gemüsereste haben. Auch für Gartenabfälle ist diese Methode sehr gut geeignet.

Der grosse Vorteil des Wurmkompostierens ist, dass es relativ schnell geht – innerhalb von 2–3 Monaten kann man schon fertigen Kompost erhalten. Auch ist es nicht zwingend notwendig, einen Garten dafür zu haben. Unterdessen gibt es sehr attraktive Indoor-Wurmkomposter.

Allerdings gibt es auch einige Nachteile beim Wurmkompostieren. Der Behälter muss regelmässig gereinigt werden, was etwas Arbeit bedeutet. Ausserdem solltest du bedenken, dass Regenwürmer Tiere sind. Sie einfach zu vergessen und im schlimmsten Fall vertrocknen zu lassen, wäre nicht sehr tierfreundlich.

Nicht zuletzt ist auch der Preis ein Argument. Sehr stylisch und aus hochwertigen Materialien sind die Indoor Komposter nicht gerade günstig!

3. Bokashi vs. Wurmkomposter – Die Unterschiede

Der größte Unterschied zwischen Bokashi und Wurmkompostierung ist die Art der Mikroorganismen, die verwendet werden. Bokashi verwendet anaerobe Bakterien, um organische Abfälle zu kompostieren. Dies bedeutet, dass keine Sauerstoffzufuhr erforderlich ist und die Bakterien im Dunkeln arbeiten können. Bokashikulturen enthalten meist Milchsäurebakterien und Hefen.

Im Gegensatz dazu benötigt die Wurmkompostierung aerobe Mikroorganismen, die zum Leben Sauerstoff benötigen. Während der Wurmkomposter die organischen Abfälle direkt in Erde umwandelt, muss bei Bokashi das Zwischenprodukt erst noch vererdet werden. Dieses Video zeigt sehr gut, wie du den Bokashi vererden kannst:

5. Für wen eignet sich welche Methode?

Bokashi oder Wurmkomposter – Welches Verfahren ist für dich besser geeignet? Diese Frage kann am besten anhand der nachfolgenden Fakten beantwortet werden:

  • Hast du zumeist rein pflanzliche Abfälle zu Hause, sind beide Methoden für dich geeignet, aber der Wurmkomposter zumeist zu bevorzugen.
  • Gibt es bei dir häufig auch Fleischabfälle, Pasta oder Zitrusfrüchte im Müll, dann kannst du nur Bokashi nutzen.
  • Wenn dir der zusätzliche Pflanzendünger wichtig ist, solltest du Bokashi bevorzugen.
  • Legst du Wert auf eine vollkommen geruchsfreie Lösung, ist ebenfalls Bokashi deine perfekte Wahl.
  • Wenn du einen Garten hast und es fallen bei dir auch grössere Mengen an Gartenabfällen an, eignet sich natürlich auch ein klassischer Komposthaufen ausgezeichnet.

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