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Wäsche waschen – eine Wissenschaft für sich

Die Art und Weise, wie wir unsere Wäsche waschen, hat sich in den vergangenen 250 Jahren rasant verändert. Vorbei sind die Zeiten, in denen das Wäschewaschen harte Handarbeit war. Moderne Waschmaschinen, teilweise smarter als ihre Anwender, haben das Waschbrett zum Glück ersetzt. Geblieben sind lediglich Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und die in vielen Fällen einer wissenschaftlichen Überprüfung heute nicht mehr standhalten.

In diesem Artikel geht es rund um das Waschen schmutziger Wäsche. Wir nehmen moderne Waschmaschinen virtuell auseinander, analysieren verschiedene Waschmittel, zerlegen sie in ihre chemischen und biologischen Einzelteile und widmen uns der Frage, ob Oma wirklich noch recht hat, wenn sie behauptet, dass Unterwäsche bei 95 Grad gewaschen werden muss.

Hier erfährst du, wie sich das Wäschewaschen im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat, wie Menschen in anderen Kulturkreisen ihre Wäsche waschen und ob es hinsichtlich der Sauberkeit einen Unterschied macht, ob man seine Wäsche im Fluss wäscht oder in die Waschmaschine gibt. Dazu gibt es jede Menge Tipps und Tricks, unter anderem wie man Waschmittel ganz leicht auch selber herstellen kann.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Wäschewaschens

Wäsche waschen – keine Erfindung der Neuzeit

Ob am Fluss, am öffentlichen Waschplatz oder in der Waschmaschine im eigenen Heim – das Wäschewaschen begleitet den Menschen, seit er begonnen hat, seinen mehr oder weniger haarlosen Körper mit Kleidung zu bedecken, um sich vor Wind und Wetter zu schützen oder um attraktiver auf das andere Geschlecht zu wirken. Wann genau das war, wissen wir nicht, neuesten Studien zufolge vermutlich vor etwa 170.000 Jahren. Als erstes Waschmittel diente unseren Vorahnen sicherlich das Wasser, dessen Reinigungskraft durch erhitzen verbessert werden konnte. Bis zur Erfindung von Seife dauerte es allerdings noch ein paar Jahre, rund 167.500, um genau zu sein.

Sumerer als Trendsetter

Die erste überlieferte Rezeptur für Seife haben wir wohl der Vergesslichkeit eines Sumerers zu verdanken, der etwa 2500 v. Chr. fand, dass es deutlich weniger Aufwand macht, das Rezept in Keilschrift von Hand in eine Steintafel zu ritzen als sich die zwei Zutaten einfach zu merken. Die Rezeptur bestand aus einer Anleitung zum “Kochen” von Seife aus Pottasche und Ölen, wodurch unter anderem Kaliumcarbonat gebildet wird, der eigentlichen waschaktiven Substanz in Seife. Diese Mischung verringerte die Oberflächenspannung von Wasser, wodurch die fettlösende Lauge den Schmutz besser aus der Kleidung spülen konnte. An diesem Prinzip hat sich bis zum heutigen Tage übrigens nichts geändert, womit man die alten Sumerer mit Fug und Recht als eine der ersten Trendsetter der menschlichen Geschichte bezeichnen darf.

Nur hier: Das Originalrezept zum Nachmachen

Der Fund dieser Rezeptur ist aus zwei Gründen bedeutungsvoll. Zum Einen dokumentiert die Rezeptur zum ersten Mal eine von Menschenhand bewusst herbeigeführte chemische Reaktion. Zum Anderen dient die Steintafel als Beweis, dass der Gebrauch von Seife als Reinigungsmittel für Textilien mitnichten eine Erfindung der Neuzeit ist.

Wer selber einmal Seife von Hand herstellen möchte wie die Sumerer, einer frühen Hochkultur auf dem Gebiet des heutigen Irak, findet hier das Originalrezept. Ein Tipp: Achte genau auf die Mengenangaben, dann kann gar nichts schiefgehen.

Das erste überlieferte Rezept für die Herstellung von Seife findet sich auf einer Tonschiefertafel der Sumerer aus dem Jahr 2500 v. Chr., die in der kleinen Stadt Tello in Mesopotamien auf dem Gebiet des heutigen Iraks gefunden wurde.

Geld stinkt nicht

Die alten Römer fanden einen ganz anderen Ansatz, um ihre schmutzige Wäsche zu waschen. Sie hatten irgendwann entdeckt, dass verfaulender Urin Ammoniak bildet, der sich hervorragend zur Gerbung von Leder und zur Reinigung der Wäsche eignet. Professionelle Wäscher und Gerber stellten daraufhin an Roms belebten Strassen amphorenartige Latrinen auf (quasi die ersten öffentlichen Toiletten) um Urin zu sammeln, der dann in den Wäschereien und Gerbereien verwendet wurde.

Um mehr Geld in die leere Staatskasse zu spülen, erhob der damalige Kaiser Vespasian eine spezielle Urin- oder Latrinensteuer auf diese öffentlichen Toiletten. Sein Sohn Titus fand es schlichtweg ekelig, sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen und lehnte die neue Steuer kategorisch ab. Daraufhin – so die Überlieferung von Gaius Suetonius Tranquillus, römischer Schriftsteller und Verwaltungsbeamter – hielt der Kaiser seinem Sohn die ersten Einnahmen aus der Urinsteuer unter die Nase und fragte ihn, ob ihn der Geruch störe (ad nares, sciscitans num odore offenderetur). Als Titus verneinte, habe Vespasian gesagt “Geld stinkt nicht”.

Wäsche zu waschen war Knochenarbeit

Ob bei den alten Sumerern, den alten Ägyptern, den alten Römern oder meiner alten Oma – das Wäschewaschen war bis in die 1960er Jahre harte Knochenarbeit. Und obwohl meine Oma weder die Sumerer je getroffen noch sich im alten Ägypten herumgetrieben hat und ihre einzige römische Bekanntschaft der alte Giovanni vom Italiener an der Ecke war, unterschied sich ihre Technik des Wäschewaschens nicht wesentlich von der unser Vorfahren. Heisses Wasser, Aschenlauge oder Seife und rohe Gewalt – seit tausenden von Jahren die Grundzutaten sauberer Wäsche, die sich auch in unseren Breitengraden bis weit in die Nachkriegszeit nicht verändert haben.

Nach dem Einweichen der Wäsche in heissem Wasser wurde sie mit flachen Brettern geschlagen, über Steine oder geriffelte Metallrippen gerieben, um den Schmutz in den Fasern zu lösen und ihn schliesslich auszuspülen. Diese Technik wurde in der Alpenregion noch bis weit in die 1960er Jahre angewandt und gehört in diversen Regionen der Welt immer noch zum Alltag der Menschen.

Bis weit in die 1960er Jahre war das Waschen von Wäsche auch in der Schweiz harte Knochenarbeit.

Wäschewaschen in der Schweiz:
Frauensache und Öffentlichkeitsarbeit

Das Waschen schmutziger Wäsche geschah für Jahrtausende in aller Öffentlichkeit, sei es an einem Bach oder Fluss oder an einem öffentlichen Waschplatz. Erst im 17. Jahrhundert wurde damit begonnen, bürgerliche Häuser mit Waschküchen auszustatten. Während sich bei den Ägyptern, Griechen und Römern Männer (häufig Sklaven) um den harten Job des Wäschewaschens kümmerten, waren dafür in der Schweiz ganz offiziell die Frauen zuständig. Schlägt man beispielsweise den “Ratgeber für Familie und Haushalt” auf, der in den Jahren 1903 bis 1905 herausgebracht wurde, lernt man, dass die Hausfrau “das Kochen und das unmittelbar darauffolgende Nachwaschen der Wäsche zu einer Zeit erledigt, wo der Mann ausser Haus ist”. Das ist auch durchaus sinnvoll. Denn “bekanntlich sind die Männer geschworene Feinde des Waschdunstes und der in seinem Gefolge stehenden Unbequemlichkeit” – wenn man dem Ratgeber Glauben schenken darf.

Outsourcing wann immer es ging

Das Wäschewaschen war ein langwieriger Prozess, der sich oft über mehrere Tage hinzog. In vielen Haushalten widmete man sich der “grossen Wäsche” nicht öfter als zweimal im Jahr. Wer es sich finanziell leisten konnte, liess seine Wäsche von professionellen Wäscherinnen waschen oder die ungeliebte Arbeit von Hausmädchen erledigen. Das guckten sich diese aber nur bis ins 19. Jahrhundert mit an. Am Waschtag nicht mithelfen zu müssen, war eine der ersten Bedingungen, die Hausmädchen an eine Bewerbung bei einem neuen Arbeitgeber knüpften. Und auch die professionellen Wäscherinnen trieb der geringe Lohn für die harte Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes auf die Barrikaden. Beim Sturm auf die französische Bastille fand man sie in den vordersten Reihen.

Es waren die Frauen, die in der Schweiz bis weit ins 20. Jahrhundert hinein in aller Öffentlichkeit die schmutzige Wäsche wuschen.

Waschmaschinen

Die Waschmaschine ist ein Zufallsprodukt

Sicher hast du auch schon die Geschichte des Mannes gehört, der in grauer Vorzeit seiner lieben Frau das Leben ein wenig einfacher machen wollte und die erste Waschmaschine erfunden hat. Rührend, oder? Das Dumme an der Geschichte: Sie hat nie stattgefunden.

Jacob Christian Schäffer war ein Tausendsassa. 1718 im deutschen Querfurt geboren, legte er eine Karriere als evangelischer Pastor, Superintendent, Extraordinarius, Botaniker, Mykloge, Entomologe, Ornithologe und Erfinder aufs Parkett, die schon damals ihresgleichen suchte. Er beschäftigte sich nicht nur mit der Erforschung physikalischer Fragen der Elektrizitätslehre, der Farbenlehre und der Optik. Er war ausserdem an der Entwicklung und Verbesserung technischer Geräte wie dem Backofen, dem Brennspiegel oder von Sägemaschinen massgeblich beteiligt.

1767 – Die Rührflügelmaschine stellt sich vor

So war Schäffer auch eigentlich auf der Suche nach etwas ganz anderem: einer Maschine, die den sogenannten Papierholländer in den damaligen Papiermühlen ersetzen sollte. In diesem Papierholländer wurden Lumpen zerkleinert und zerfasert, um sich der einzelnen Fasern für die Papierherstellung habhaft zu machen.

Während seiner Recherche stiess der Erfinder auf die Beschreibung einer Waschmaschine von Gotthard Friedrich Stender, die ihren Weg aus England über Hannover nach Braunschweig in Deutschland gefunden hat. Schäffer liess sich von diesen Beschreibungen inspirieren und gab den Bau der Maschine in Auftrag. Nach einigen Testläufen und Modifikationen war es im Jahr 1767 schliesslich so weit: Schäffer präsentierte seine Waschmaschine, die er “Rührflügelmaschine” nannte, der Öffentlichkeit und läutete damit – ohne es zu wissen – die Automatisierung des Wäschewaschens ein.

Davon war man mit der Rührflügelmaschine allerdings noch weit entfernt. Viel Muskelkraft war notwendig, um die Rührflügel im Innern eines Bottichs mit einer Handkurbel in Gang zu setzen, der dann die Wäsche durchgewalkt hat. Ein Nachbau der Rührflügelmaschine ist heute im Miele-Museum im deutschen Gütersloh zu sehen.

Die Rührflügelmaschine aus dem Jahr 1767 gilt als die erste Waschmaschine der Welt und als der Vorreiter der Vollwaschautomaten.

“Herzlich schwarze Wäsche” in Minuten rein

Erst rund hundert Jahre später wurde die erste Waschmaschine mit einer sich drehenden Trommel entwickelt. Um die Technik an den Mann oder besser gesagt an die Frau zu bringen, veranstaltete man in manchen Grossstädten öffentliche Schauwaschen. Wer dieses Spektakel noch einmal hautnah miterleben möchte, braucht sich nur eine Ausgabe der “Innsbrucker Nachrichten” vom 6. April 1889 zu besorgen.

Der Zeitung zufolge war es “eine stets wechselnde Menge Damen”, welche die Vorführung der Nevburg’schen Patentwaschmaschine “auf das Aufmerksamste verfolgte”. Und warum auch nicht? Immerhin war die Wundermaschine in der Lage, “sogar herzlich schwarze Wäsche” (die liegt im Schrank meistens neben dem freundlichen Steingrau…) innerhalb von Minuten “in einer Art zu reinigen, wie es mit solcher Schonung der Wäsche und solcher Ersparung an Brennmaterial und Arbeitskraft unter keinen Umständen sonst geschehen ist”. Ein eher holpriger Slogan, dafür aber ganz ohne Anglizismen. Des Weiteren – und da lacht das Herz der elitären oberen Mittelklasse – war das Gerät “von höchst einfacher Konstruktion und ohne Schwierigkeiten von jedem Dienstboten zu bedienen”.

Ein Bullauge gegen weibliches Misstrauen

Die erste vollautomatische Waschmaschine läutete im deutschen Sprachraum in den frühen 1950ern das Ende von Holzbottichmaschinen mit Kohle- oder Holzfeuerung ein. Da sich allerdings so gut wie niemand den Kauf einer dieser sündhaft teuren Maschinen leisten konnte, kamen clevere Geschäftsläute auf die Idee, Waschmaschinen tageweise zu vermieten.

Auch in den 60er Jahren zählten Waschmaschinen, die nun im Zweilaugenverfahren mit Vor- und Hauptwäsche waschen konnten, noch zu den Luxusprodukten. Nur etwa jeder zehnte Haushalt verfügte über eine eigene Waschmaschine.

Das lag wohl zum Teil auch daran, dass die gemeine Hausfrau dem Braten nicht wirklich traute. Was, wenn sich hinter der verschlossenen Tür eigentlich gar nichts abspielt und der Apparat nur viel Lärm um nichts macht? Was, wenn ausser dem Einleiten von Wasser nicht mehr passiert? Die Industrie reagierte und schenkte der misstrauischen Hausfrau ein Bullauge und fortan konnte der Wäsche bei ihrer Rundreise zugesehen werden. Seriously: Das Ding hat keine andere Funktion und null Auswirkungen auf die Waschleistung der Maschine.

Die moderne Waschmaschine – ein Alleskönner

Die moderne Waschmaschine ist ein wahrer Alleskönner. Von Buntwäsche über Feinwäsche zu Wollwäsche, von Öko- über Anti-Allergen- bis hin zum Daunenprogramm – es gibt fast nichts, womit eine Waschmaschine von heute nicht fertig wird. Selbst die einfachsten Geräte aus dem untersten Preissegment verfügen über solide Standardprogramme. Wer Wert auf Sonder- und Spezialprogramme legt, muss allerdings tiefer in die Tasche greifen.

Prinzipiell unterscheiden sich die verschiedenen Programme einer Waschmaschine in folgenden Bereichen:

  1. Dauer des Waschprogramms
    • Ein typischer Waschgang besteht aus drei Phasen, dem Waschen, Spülen und Schleudern. Da verschiedene Materialien verschiedene Ansprüche stellen, um sie optimal zu waschen, dauern einige Waschprogramme länger als andere.
  2. Wassermenge
    • Beim Waschen von empfindlichen Materialien wird oft mehr Wasser in die Maschine eingeleitet, um die mechanische Belastung zu reduzieren, die beim Waschen auf die Wäsche einwirkt.
  3. Wassertemperatur
    • Verschiedene Materialien vertragen keine hohen Temperaturen. Werden beispielsweise Kashmir oder Wolle zu heiss gewaschen, laufen sie stark ein. Spezialprogramme tragen dem Rechnung und waschen mit geringeren Wassertemperaturen.
  4. Drehzahl beim Schleudern
    • Wenn es im Schleudergang zu rasant zugeht, machen Stoffe aus Seide oder Wolle schnell schlapp. Daher sind spezielle Schleuderprogramme mit einem Drehzahlbegrenzer ausgestattet, während bei robustem Material wie Baumwolle der Turbo gezündet wird.

Die Standard-Waschprogramme

Obwohl es von Waschmaschine zu Waschmaschine – je nach Preissegment – himmelweite Unterschiede gibt, findet man bei allen Waschmaschinen Standard-Waschprogramme. Diese Waschprogramme schauen wir uns mal auf einen Blick an:

Vorwäsche bei besonders schmutziger Wäsche

Ist die Kleidung mal so richtig eingesaut, kann man sich die Vorwäsche der Waschmaschine zunutze machen. Dieses Programm steigert die Waschleistung des normalen Programms, ist aber nicht mit jedem Waschprogramm kompatibel. Bei Bunt-, Fein- und Kochwäsche allerdings kann man bei den allermeisten Vollwaschautomaten die Vorwäsche wählen.

Die Vorwäsche ersetzt in keinem Fall den normalen Waschgang.

Buntwäsche für alle herkömmlichen Textilien

Unter Buntwäsche fallen alle herkömmlichen Textilien an, die zwischen 30 und 60 Grad gewaschen werden können, also beispielsweise auch weisse T-Shirts. Allerdings sollte man bei der Zusammenstellung der Ladung darauf achten, die Wäsche farbweise oder wenigstens nach hell und dunkel zu sortieren. So lässt sich das Risiko von Verfärbungen verringern.

Vor dem Waschen solltest du dich mit einem Blick auf die Kennzeichnung des Kleidungsstücks davon überzeugen, dass es wirklich für die Buntwäsche geeignet ist.

Pflegeleicht für Wäsche aus Kunststoffen

Mischgewebe oder Wäsche aus Polyester oder Polyamid, die nur leicht oder normal verschmutzt ist, kann in der Regel mit dem Waschprogramm für pflegeleichte Stoffe gewaschen werden. Bei den meisten Waschmaschinen kann man dieses Programm mit einer Vorwäsche kombinieren.

Feinwäsche für delikate Stücke

Die Feinwäsche eignet sich für besonders delikate Stücke wie Blusen, Hemden, Röcke oder Kleider. Oft wird die Feinwäsche auch zum Waschen von Gardinen gewählt. Dieses Programm erhitzt das Wasser oft nur auf bis zu 40 Grad, was den Waschgang schonender werden lässt.

Wolle

Kleidungsstücke, die mit dem Wollsiegel versehen sind, sind in aller Regel sehr empfindlich und müssen mit viel Wasser bei geringen Temperaturen gewaschen werden. Ein Wollwaschprogramm übernimmt diese Aufgabe und sorgt beispielsweise dafür, dass die Umdrehungszahl beim Schleudern deutlich gedrosselt wird.

Achte darauf, dass du die Trommel beim Beladen nicht zu voll machst. Die Kleidung muss sich im Wasser frei bewegen können. Wenn du den Spülstopp aktivierst, achte darauf, die Wäsche nicht zu lange im Wasser liegen zu lassen.

Seide

Bei Seide, Leinen oder Viskose handelt es sich um empfindliche Stoffe, die am besten mit dem Waschprogramm für Seide gewaschen werden sollten. Dieses Programm ist so schonend, dass man es fast als Handwäsche für die Waschmaschine bezeichnen könnte. Der Schleudergang ist bei diesem Programm deaktiviert.

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Die allermeisten vollautomatischen Waschmaschinen verfügen über dieselben Standard-Waschprogramme

Darf’s ein bisschen mehr sein? Die Sonderprogramme

Vor allem teurere Waschmaschinen verfügen neben den Standard-Waschprogrammen über eine ganze Reihe von Sonderprogrammen. Diese Sonderprogramme lassen sich bei den meisten Waschmaschinen zuschalten und/oder separat einstellen. Mit welchen Extras eine Maschine glänzt, hängt vom jeweiligen Modell und nicht zuletzt vom Preis ab.

Hier die wichtigsten Sonder-Waschprogramme in der Übersicht:

Eco-Programm

Ein Eco- oder Öko-Programm dient der Energieeinsparung beim Wäschewaschen. Oft kann es in Verbindung mit herkömmlichen Waschprogrammen aktiviert werden. Dadurch senkt sich in der Regel die Temperatur, die Wassermenge und die Schleuderzahl. Dafür verlängert sich allerdings die Waschzeit.

Kurzprogramm

Ein Kurzprogramm ist, wie der Name schon verrät, ein Waschprogramm, das besonders kurz läuft (oftmals nicht länger als 15 Minuten) und sich daher am besten für nur leicht verschmutzte oder nur verschwitzte Wäsche eignet. Neben der verringerten Waschzeit wird auch die Anzahl der Schleudergänge reduziert, was in feuchterer Wäsche resultiert, die länger zum Trocknen braucht.

Knitterfrei

Dieses Spezialprogramm für Blusen und Hemden erleichtert das Bügeln nach dem Waschen. Das Programm läuft kürzer als beispielsweise eine Buntwäsche und sorgt für weniger Knitterbildung in empfindlicher Kleidung.

Dessous

Dessous bestehen häufig aus empfindlichen Stoffen wie Seide oder Spitze. Diese Stoffe neigen ausserdem häufiger zu Knitterbildung. Das spezielle Waschprogramm für Dessous wäscht mit mehr Wasser und mit geringerer Schleuderzahl, was unter anderem auch zu weniger Knitterbildung führt.

Auffrischen

Wenn Kleidung nur mal zwischendurch getragen wurde, nur leicht verschwitzt oder verschmutzt ist, reicht oft schon der Waschgang zum Auffrischen. Die Waschzeit liegt häufig nicht über 20 Minuten und das Wasser wird auf maximal 30 Grad erhitzt.

Jeans

Jeans sollte man generell so wenig wie möglich waschen, um die Farben und die Passgenauigkeit möglichst lange geniessen zu können. Wenn es dann aber doch nicht anders geht, sollte der Waschgang so schonend wie möglich vonstatten gehen. Das Waschprogramm für Jeans verhindert nicht nur die sogenannte Weissscheuerung und Knitterfalten. Der extra Spülgang wäscht auch die letzten Waschmittelrückstände aus der Kleidung.

Daunen

Ob in Bettdecken, Kopfkissen oder dicken Winterjacken – Daunen sind kuschlig warm und flauschig wie kaum etwas anderes. Damit das aber auch so bleibt, muss man beim Waschen besondere Rücksicht auf die kleinen Federn nehmen. Das Waschprogramm für Daunen wäscht mit deutlich mehr Wasser bei geringerer Temperatur. Pro-Tipp: Wenn du beim Waschen einen Tennisball mit in die Trommel gibst, werden die Daunen besonders flauschig.

Anti-Allergen

Das Programm für Allergiker, das oft auch als Hygiene- oder Sensitive-Programm bezeichnet wird, wäscht nicht nur deutlich heisser, sondern spült die Kleidung auch häufiger. Damit werden Mikroorganismen, Pollen und Waschmittelrückstände restlos aus der Kleidung entfernt.

Imprägnieren

Outdoor- und Funktionskleidung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie wasserabweisend ist. Damit das aber auch so bleibt, muss die Kleidung in regelmässigen Abständen neu imprägniert werden. Das kann entweder umständlich mit der Sprühdose geschehen oder aber mit einem Spezialprogramm in der Waschmaschine. Das Mittel zum Imprägnieren wird dazu beim Spülgang hinzugefügt.

Ich könnte diese Liste endlos fortführen, da sich die Hersteller von Waschmaschinen immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Bei den oben genannten Sonderprogrammen handelt es sich aber um die gängigsten.

Waschmittel

Waschmittel – Was, wann, wie und vor allem warum?

Im Bereich der Waschmittel hat sich seit der Entdeckung der Seife durch die alten Sumerer eine ganze Menge getan. Für fast jede Wäsche gibt es ein spezielles Waschmittel und Seife wird darin lediglich noch zur Schaumregulierung eingesetzt. Die Frage ist: Braucht man diese ganzen verschiedenen Waschmittel eigentlich oder helfen die ganzen Fein-, Woll- und farbschonenden Waschmittel in erster Linie dem Hersteller? Ausserdem nicht ganz uninteressant: Was ist in modernen Waschmitteln eigentlich drin und gibt es unter Umständen nicht umweltschonendere Alternativen?

“Die Seife ist ein Massstab für den Wohlstand und die Kultur der Staaten. Es ist gewiss, dass man bei der Vergleichung zweier Staaten bei gleicher Einwohnerzahl denjenigen für den reicheren, wohlhabenderen und kultivierteren erklären kann, welcher am meisten Seife verbraucht!”

Justus von Liebig (1803-1873)

Wofür brauchen wir eigentlich Waschmittel?

Wasser hat an sich ja schon eine relativ gute Reinigungskraft, die man durch erhitzen noch weiter verbessern kann. Und dennoch möchte uns die Werbung jeden Tag auf’s Neue weiss machen, dass Wasser alleine einfach nicht reicht. Ist das alles Quatsch oder haben die Verkaufsstrategen in diesem Fall etwa recht?

So Leid es mir tut, dies zugeben zu müssen: Ja, in diesem Fall haben uns die Hersteller, Werbefuzzis und Marketingexperten mal keinen vom Pferd erzählt. Wasser alleine reicht in vielen Fällen nicht aus, auch nur leichte Verschmutzungen der Wäsche zu entfernen, von hartnäckigen Flecken gar nicht zu reden. Während der Alltagsschweiss aus dem T-Shirt sehr wohl nur mit Wasser ausgespült werden kann, stösst man vor allem bei fettigen Flecken ohne ein Waschmittel aber ganz schnell an seine Grenzen.

Moderne Waschmittel enhalten nur noch wenig Seife – wenn überhaupt. Synthetische Tenside sind heute für die Reinigung verantwortlich.

Was ist drin im Waschmittel?

Moderne Waschmittel sind ein bunter Mix aus Chemikalien, in dem Seife so gut wie gar nicht mehr vorkommt. Schauen wir doch mal, was da in den Pulvern, Gels und Tabs eigentlich so drin ist.

Alkohol

Alkohole erfüllen mehrere Zwecke im Waschmittel. Zum Einen verstärken sie die Wirkung der enthaltenen Substanzen und sorgen bei flüssigen Waschmitteln dafür, dass sich die Tenside lösen. In geringem Mass wirkt Alkohol auch als Konservierungsstoff.

Aufheller

In den meisten Waschmitteln sind optische Aufheller enthalten. Sie sorgen durch ihre fluoreszierende Wirkung dafür, dass weisse Wäsche weisser erscheint. Colorwaschmittel für Buntwäsche verzichten auf Aufheller.

Bleichaktivatoren

Bleichmittel entfalten ihre beste Wirkung bei hohen Temperaturen. Da wir aber sehr viel öfter bei niedrigen Temperaturen waschen, werden dem Waschmittel Bleichaktivatoren hinzugefügt, um die Wirkung des Bleichmittels zu verbessern.

Bleichmittel

So gut wie jedes Waschmittel setzt Bleichmittel ein. Diese Bleichmittel gehen hartnäckigen Flecken und Verfärbungen (beispielsweise Blut-, Obst- oder Weinflecken) an den Kragen. Color- und Feinwaschmittel verzichten auf den Einsatz von Bleiche, da diese auch die Farben der Kleidung ausbleichen würde.

Da Bleichmittel auf Wasserstoffperoxidbasis (beispielsweise Natriumpercarbonat oder Natriumperborat) ihre volle Wirkung erst bei höheren Temperaturen entfalten, werden dem Waschmittel ausserdem noch Aktivatoren (Tetraacetylethylendiamin [TAED] oder Tetraacetylglykoluril [TAGU]) hinzugefügt.

Duftstoffe

Duftstoffe wirken wie ein Wäscheparfum. Nicht nur sollen sie dafür sorgen, dass die Wäsche nach dem Waschen angenehm frisch riecht. Darüber hinaus soll auch der Eigengeruch des Menschen überdeckt werden, der die Kleidung trägt.

Enthärter

Die Härte von Wasser hängt von seinem Kalkgehalt ab. Je mehr Kalk im Wasser gelöst ist, desto härter wird es. Zum Waschen von Wäsche benötigen wir allerdings weiches Wasser, weswegen dem Waschmittel Enthärter zugefügt werden. Ohne diese Enthärter würden sich beim Trocknen Kalzium- und Magnesiumsalze bilden, welche beim Tragen die Textilstruktur schädigen würden.

Wasserenthärter im Waschmittel sorgen ausserdem dafür, dass die Waschmaschine nicht zu schnell verkalkt. Durch die ausreichende Menge an Enthärter im Waschmittel fällt das regelmässige Entkalken der Waschmaschine weg.

Schauminhibitoren

Um ein Überschäumen der Waschmaschine zu verhindern, kommen Schauminhibitoren zum Einsatz. Sie regulieren die Schaumbildung während des Waschgangs. Übliche Inhibitoren sind Kernseife oder Silikone.

Enzyme

Verschiedene Enzyme im Waschmittel kümmern sich um die Problemfälle Eiweiss, Fett und Stärke. Allerdings werden diese Enzyme bei hohen Temperaturen zerstört beziehungsweise denaturieren. Am besten wirken sie bei niedrigen oder mittleren Temperaturen von maximal 40 Grad.

Farbübertragungsinhibitoren

Farbübertragungsinhibitoren verhindern die Übertragung von Farben. Sie binden sich an die in der Waschlauge befindlichen Farbpartikel und verhindern so, dass sie sich in den Fasern einlagern. Naturgemäss werden diese Farbübertragungsinhibitoren ausschliesslich Colorwaschmitteln zugesetzt.

Konservierungsmittel

Konservierungsmittel kommen nur in flüssigen und gelförmigen Waschmitteln vor und sollen die Bildung von Bakterien verhindern.

Tenside

Glaub es oder nicht – bis jetzt haben wir noch keine einzige waschaktive Substanz aufgeführt. Was dem Waschmittel fehlt, um wirklich sauber waschen zu können, sind die sogenannten Tenside, synthetisch hergestellte waschaktive Substanzen (WAS) oder “Detergentien”. Sie machen mit 20 bis 30 Prozent den Hauptbestandteil im Waschmittel aus.

Tenside sind hauptsächlich dafür verantwortlich, die Oberflächenspannung von Wasser herabzusetzen, damit die Textilien in der Waschmaschine rundum mit Wasser benetzt werden. Ausserdem dienen die Tenside als Emulgator und sorgen dafür, dass sich Fett und Wasser vermischen und aus der Kleidung ausgewaschen werden kann.

Viele Tenside basieren auf Erdöl als Rohstoff. In der EU allerdings müssen sie biologisch abbaubar sein und werden daher auf pflanzlicher Basis (beispielsweise aus Rapsöl) produziert.

Schmutzträger

Schmutzträger binden sich im Waschwasser an schwebende Partikel und verhindern, dass sie sich wieder auf der Wäsche festsetzen. So bleibt Weisses länger weiss.

Stellmittel

Stellmittel sorgen dafür, dass Waschpulver rieselfähig bleibt und nicht beim leisesten Anzeichen von Feuchtigkeit verklumpt. Sie werden dem Waschpulver in Form von Rieselsalzen (z. B. Natriumsulfat) hinzugefügt und sind in der Industrie als billiges Streckmittel beliebt.

Waschalkalien

Schmutz lässt sich besser aus Textilien entfernen, wenn das Wasser alkalisch ist. Leider kommt unser Leitungswasser aber bestenfalls pH-neutral aus der Leitung, weswegen die Industrie dem Waschmittel sogenannte Waschalkalien hinzufügen, um den pH-Wert des Wassers anzuheben.

Drei Waschmittel genügen

Zwar haben die Hersteller recht, wenn sie sagen, dass Wäsche waschen ohne Waschmittel die Wäsche in den meisten Fällen nicht sauber macht. Aber ganz so, wie die schlauen Füchse versuchen, uns weiszumachen, ist es dann doch nicht. Nicht jedes Kleidungsstück braucht sein eigenes Waschmittel in der Sommer- und Winterausführung. Im Grunde genommen reichen drei Mittel völlig aus, um den allermeisten Anforderungen gerecht zu werden. Das sagt jedenfalls die Verbraucherschutzzentrale in Hamburg.

Vollwaschmittel für weisse Wäsche

Vollwaschmittel enthalten Bleiche und optische Aufheller und sind daher nur für weisse Wäsche geeignet. Wäscht man Buntwäsche mit einem Vollwaschmittel, kann man sich von den Farben eher früher als später verabschieden, da sie verbleichen.

Colorwaschmittel für bunte Wäsche

Für bunte Wäsche braucht es ein Colorwaschmittel. Das ist frei von Bleiche und Aufhellern und daher schonender zu den Farben. Dazu tragen unter anderem, wie bei den Inhaltsstoffen bereits erwähnt, Farbinhibitoren bei, welche die Übertragung von gelösten Farbstoffen verhindern. Allerdings bieten auch diese Inhibitoren keinen vollständigen Schutz vor Verfärbungen. Neue farbige Kleidung und stark abfärbende Textilien sollten daher immer separat gewaschen werden.

Feinwaschmittel für Wolle und empfindliche Textilien

Feinwaschmittel für Wolle und empfindliche Textilien sind frei von Bleichmitteln, optischen Aufhellern und Enzymen. Dieses Waschmittel ist daher besonders schonend zu den Fasern und deshalb die richtige Wahl für das Strickkleid, die Seidenbluse oder die Feinstrumpfhose.

Frauen waschen ihre Wäsche in einem Fluss
In vielen Ländern der Erde waschen die Menschen ihre Wäsche immer noch im Fluss. Nicht immer ist das Frauensache.

Flüssig, als Pulver oder Gelkapsel –
welches Waschmittel wäscht am saubersten?

Die Frage, ob ein Waschmittel in Pulverform besser wäscht als ein Flüssiges, hängt in erster Linie davon ab, ob es sich um ein Voll- oder ein Colorwaschmittel handelt. Bei Vollwaschmitteln, mit denen man – wie oben gelernt – vor allem weisse Wäsche wäscht, solltest du zu einem Pulver greifen. Es ist nicht möglich Bleichmittel in flüssige Waschmittel einzubinden, die für die Entfernung hartnäckiger Flecken und des berühmten Grauschleiers verantwortlich sind. Allerdings könnten Waschpulver Reste von Enthärter auf der Kleidung hinterlassen.

Gute Colorwaschmittel gibt es mittlerweile in beiden Varianten, sowohl als Pulver als auch als Flüssigkeit. Allerdings enthalten die flüssigen Waschmittel eine deutlich höhere Konzentration an Seifen und Tensiden. Zwar müssen die laut der sogenannten Detergentien-Verordnung, die du in der österreichischen Ausführung hier lesen kannst, biologisch abbaubar sein. Allerdings gilt ein Tensid bereits als „vollständig biologisch abbaubar“, wenn es nach 4 Wochen zu 60 Prozent abgebaut ist. Das bedeutet, dass nach wie vor erdölbasierte Tenside bzw. ihre Abbauprodukte über unser Abwasser in die Umwelt gelangen und dort über längere Zeit verbleiben können.

Für Wasserorganismen können einige der Substanzen gefährlich sein. Für unsere Gesundheit sind Tenside mitunter bedenklich, weil sie Haut und Schleimhäute austrocknen oder reizen können und so anfälliger machen für Allergien und Ausschläge.

Bild eines Warnhinweises auf Waschmitteln

“Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung” – Wenn man solche Verpackungsaufdrucke liest, muss man sich schon fragen, was man der Umwelt mit jeder Maschine Wäsche antut.

Und was ist mit Pods?

Waschmittel-Pods sind kleine Säckchen oder Kissen, die mit Waschmittel gefüllt sind und sich beim Kontakt mit Feuchtigkeit auflösen. Hersteller und Werbeindustrie preisen die Dinger seit Jahren als die Zukunft des Waschens an und versprechen Waschen mit Spass bei perfekter Waschleistung. Aber stimmt das wirklich? Was ist dran am Hype um die bunten Pods und können sie mit herkömmlichen Waschmitteln mithalten?

Fragt man Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale im deutschen Hamburg, dann sind Waschmittel-Pods “ein Produkt, das man wirklich nicht braucht”. Die mit flüssigem Waschmittel gefüllten Kissen seien “letztendlich eine Marketingwelle und kein neuer Schritt hinsichtlich des Wascherfolgs”, so der Verbraucherschützer. Das wollte die WISO-Redaktion des Zweiten Deutschen Fernsehens genauer wissen und hat Waschkapseln von vier Marktführern auf ihre Waschleistung, den Preis und die Umweltverträglichkeit hin untersucht und getestet.

Waschleistung: gut

Die Waschleistung der Pods wurde beim VDE, dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, unter geeichten Laborbedingungen durchgeführt. Jede der Kapseln bekam es mit drei Kilogramm Wäsche zu tun, die zuvor nach genauen Vorgaben verschmutzt wurde. Im Test mussten die Pods gegen das markengleiche Flüssigwaschmittel und ein Vollwaschmittel in Pulverform des Marktführers antreten.

Die Überraschung: Drei der vier Pods wuschen die Wäsche sauberer als die markengleichen Flüssigwaschmittel, obwohl die Inhaltsstoffe laut Verpackungsangabe identisch sind. Allerdings mussten sich alle Kapseln dem guten alten Waschpulver geschlagen geben, dessen Waschleistung am besten war.

Preis: überteuert

Hinsichtlich des Preises sehen die Waschmittel-Kapseln keine Sonne. Für drei Kilogramm Wäsche braucht man mindestens einen Pod, der je nach Marke zwischen 22 und 42 Rappen kostet. Die angepasste Menge eines Flüssigwaschmittels kostet pro Waschgang zwischen 13 und 21 Rappen, während Pulver für 19 Rappen in das Waschmittelfach der Maschine wandert.

Die Pods sind also deutlich teurer. Darüber hinaus lassen sie sich nicht stufenlos dosieren. Wenn meine Wäsche extrem verschmutzt ist, gebe ich 20% mehr Waschpulver hinzu. Das geht bei Pods nicht, da müssen schon zwei Pods in die Trommel – und dann kostet das Waschmittel für einen Waschgang schon fast einen Rappen. Gleiches gilt, wenn die Wäsche nur leicht verschmutzt ist und ich also weniger Waschmittel verwenden würde. Auch das fällt mit den Pods aus. Die minimale Menge ist eins.

Umweltbelastung: fragwürdig

Die Waschmittel-Pods bestehen aus Polyvinylalkohol und lösen sich beim Kontakt mit Flüssigkeiten vollständig auf. Die Hersteller versprechen, dass davon keine Umweltbelastung ausgeht. Über die Brücke geht Gary Zörner vom Labor für chemische und mikrobiologische Analysen allerdings nicht. Zwar würden sich die kleinen Kissen in einer ausreichend grossen Menge an Wasser tatsächlich auflösen. “Das heisst aber nicht, dass sie weg sind. Sie sind nur woanders”, so der Wissenschaftler. Ein kleiner Teil verbleibt in der Wäsche und in der Waschmaschine. Der weitaus grösste Teil allerdings landet im Abwasser.

Allergiker sollten Vorsicht walten lassen

Auch wenn die Hersteller in offiziellen Stellungnahmen (die du hier nachlesen kannst) die Unbedenklichkeit ihrer Produkte bescheinigen – vor allem Allergiker sollten Vorsicht walten lassen und sich die Inhaltsstoffe genau durchlesen. Denn was so harmlos bunt aussieht und verlockend riecht, ist ein Chemiecocktail aus Weichmachern, Tensiden, Farb- und jeder Menge Duftstoffe. Auch die Verpackungshinweise, in denen auf die Schädlichkeit für Wasserorganismen und die Langzeitwirkung hingewiesen wird, sorgen nicht für ein übermässiges Wachstum an Vertrauen.

Die Hersteller verweisen unterdes auf eine Studie, in der die Umweltauswirkungen untersucht wurden. Die kommt zu dem Ergebnis, “dass keine negativen Effekte auf Wasserorganismen zu erwarten sind”.

Dass die Studie von den Herstellern der Waschmittel-Pods in Auftrag gegeben und bezahlt wurde, ist vermutlich nur ein Zufall und hat nichts mit dem Ergebnis zu tun…

Die Waschmittelindustrie arbeitet mit Tricks, um die Umsätze zu steigern

Waschmittel kannst du auch ganz einfach selber herstellen

Wenn du ganz auf Chemie verzichten willst, kannst du dir dein Waschmittel auch ganz einfach selbst herstellen. Die Liste der Zutaten ist eher kurz und die meisten Dinge kannst du immer wiederverwenden:

  • 40 g Waschsoda, das sind in etwa vier Esslöffel voll
  • 30 g fein geriebene Kernseife (ohne Palmöl), das entspricht etwa sieben Esslöffeln
  • einige Tropen eines ätherischen Öls für den Duft (was natürlich völlig optional ist)
  • 2 Liter Wasser
  • eine grosse Schüssel, die kochendem Wasser widersteht, oder einen Topf
  • Flaschen oder Kanister zum Aufbewahren und
  • einen Trichter, wenn die Feinmotorik nicht mehr so mitspielt

Zubereitung

Dauer: ca. 5 Minuten zuzüglich einer Wartezeit von einigen Stunden

Kernseife vorbereiten

Rasple die Kernseife mit einer Gemüsereibe oder schneide mit einem Messer dünne Scheiben ab, die du später weiter zerkleinerst.

Die Art der Kernseife hat einen entscheidenden Einfluss auf die Konsistenz des Waschmittels, da verschiedene Kernseifen bei unterschiedlichen Dosierungen beginnen zu gelieren. Während Savon de Marseille aus 72% Olivenöl selbst bei einer Dosierung von 120 Gramm pro Liter Wasser und zusätzlichem Aufkochen nicht geliert, reichen bei der Dalli Haushalts-Kernseife schon 36 Gramm pro Liter, um das Waschmittel mit einem Messer schneiden zu können.

Zutaten vermischen

Gib Soda und Kernseife in einen Topf, bringe das Wasser zum Kochen und übergiesse die Zutaten im Topf damit. Rühre mit einem Schneebesen die Masse einige Minuten lang gut durch, bis sich die Kernseife aufgelöst und gut mit dem Soda vermischt hat.

Warten

Lasse die Mischung jetzt abkühlen und für einige Stunden ruhen. Je nachdem, welche Seife du verwendest hast, kann das Gemisch während dieses Prozesses fest werden und die Konsistenz von Wackelpudding annehmen. Rühre einfach noch einmal kräftig um, um das Waschmittel wieder in seinen flüssigen Zustand zurückzuführen.

Ätherisches Öl hinzugeben und abfüllen

Je nach Belieben kannst du nun noch einige Tropfen eines ätherischen Öls hinzugeben. Zwar wird die Wäsche dadurch nicht riechen wie eine Alpenwiese nach einem warmen Regenschauer im frühen Spätherbst, aber wir sind ja hier auch nicht in der Werbung.

Sobald der Duft deinen Erwartungen entspricht (oder du gelernt hast, mit dem Ergebnis zu leben) kannst du dein selbst hergestelltes Waschmittel in Flaschen oder Kanister abfüllen.

Mit dem Sauberkasten mehr als nur Waschmittel

Wenn du dir nicht nur Waschmittel, sondern auch Geschirrspülmittel, Scheuerpaste, Glasreiniger und vieles mehr selbst herstellen möchtest, dann lege ich dir unseren Sauberkasten wärmstens ans Herz. Der Sauberkasten ist unser Do-it-Yourself-Kit rund um Reinigungsmittel, mit dem du gleich zehn verschiedene Reiniger herstellen kannst:

  • Spülmittel (500 ml)
  • Spülmaschinenpulver
  • Waschmittel (2 L)
  • Scheuerpaste (225 ml)
  • Vielzweckreiniger (500 ml)
  • Glasreiniger (500 ml)
  • Bodenreiniger
  • WC-Reiniger
  • Abflussreiniger
  • Lappenreiniger

Mit dem Sauberkasten weisst du nicht nur genau, was in deinen Reinigungsmitteln enthalten ist, du schonst ausserdem noch die Umwelt und deinen Geldbeutel.

Ein kurzes Wort noch an die Herren unter uns, während die Damen schon mal weiterlesen können: Denk nicht einmal daran! So toll der Sauberkasten auch ist, er ist nicht das ideale Weihnachtsgeschenk für die beste Frau von allen. Be better!

Wäsche waschen

Wäsche waschen – wie funktioniert das denn jetzt?

Wie weiter oben bereits erwähnt, hat sich an den Grundzutaten sauberer Wäsche in den letzten 170.000 Jahren nichts geändert: warmes Wasser, Waschmittel und eine mechanische Einwirkung auf die Wäsche ist alles, was es braucht, um selbst hartnäckige Flecken aus der Kleidung zu bekommen. Zum Glück übernimmt diesen Job heutzutage die Waschmaschine für uns, so dass wir uns lediglich noch um die richtige Vorbereitung des Waschprozesses kümmern müssen.

Für all jene, die das Pech hatten, an eine Mama geraten zu sein, die jede noch so kleine Aufgabe vom holden Spross fernzuhalten wusste und die beim Auszug aus dem heimischen Keller im zarten Alter jenseits der 30 immer noch nicht wissen, wie man seine Wäsche wäscht – hier kommt deine Rettung.

Wäsche waschen – Eine Schritt-für Schritt-Anleitung für Männer und andere Anfänger

1. Wäsche sortieren

Bevor es ans Waschen geht, muss die Wäsche sortiert werden, da unterschiedliche Wäschestücke verschieden gewaschen werden. Sortiere deine Wäsche nach Farbe, Material und Verschmutzungsgrad.

Dazu trennst du die hellen Farben von den dunklen. Weisse Wäsche solltest du grundsätzlich separat waschen, um einen Grauschleier oder Verfärbungen zu verhindern.

Neue Wäsche mit extremen Farbtönen wie einem Blutrot oder einem Tiefschwarz neigt am Anfang dazu, relativ viel Farbe abzugeben. Das gibt sich nach ein paar Waschgängen, aber dennoch solltest du nie farbige Wäsche mit sehr heller Wäsche zusammen waschen. Schon eine rote Socke reicht aus, um eine ganze Ladung weisser Hemden mit einem zarten Rosa zu überziehen.

Nach der farblichen Trennung solltest du die Etiketten der Kleidungsstücke auf die Empfindlichkeit des Gewebes untersuchen. Seide kann schon mit Baumwolle bei 60 Grad gewaschen werden, aber nur ein Mal. Dann ist das Stück nämlich ruiniert. Letztendlich entscheidet das Material der Kleidung über das Waschprogramm, die Temperatur und die Art des zu verwendenden Waschmittels.

Trenne stark verschmutzte von leicht verschmutzter Wäsche. Während stark verschmutzte Wäsche bei höheren Temperaturen und unter Umständen mit mehr Waschmittel gewaschen werden muss, reichen bei leicht verschmutzter Wäsche schon niedrigere Temperaturen und eventuell sogar weniger Waschmittel. Das schont die Umwelt und spart Geld.

2. Waschprogramm und Temperatur wählen

Nach dem Sortieren der Wäsche nach Farben und Materialien kannst du nun die erste Ladung in die Trommel der Maschine geben. Achte darauf, die Maschine wirklich voll zu machen, ohne sie zu überladen. Die meisten Menschen verschätzen sich deutlich, wenn es darum geht, das Gewicht trockener Wäsche zu bestimmen. Wenn deine Waschmaschine ein Fassungsvermögen von 8 kg hat, mach dir mal den Spass und lade acht Kilogramm an Wäsche auf eine Waage. Du wirst erstaunt sein!

Waschprogramm

Bevor du die Maschine in Gang setzen kannst, musst du dich für ein Waschprogramm entscheiden. Wie bereits oben gelernt, verfügen alle Waschmaschinen über standardisierte Hauptwaschgänge:

  • Bunt- und Kochwäsche: Bei diesem Waschprogramm kann die Trommel randvoll gemacht werden. Diese dreht sich während des Waschens lange mit nur kurzen Pausen. Der Wasserstand ist im Vergleich zu anderen Programmen niedrig. Beim Schleudern beschleunigt die Maschine auf Hochtouren.
  • Pflegeleicht: Die Trommel sollte bei diesem Programm nur etwa zur Hälfte gefüllt werden. Die Trommel dreht sich weniger lang und legt vor dem Richtungswechsel längere Pausen ein. Der Wasserstand ist höher als bei der Bunt- und Kochwäsche. Beim Schleudern tritt die Maschine ein wenig auf die Bremse, um das Material zu schonen.
  • Feinwäsche: Bei der Feinwäsche werden nur wenige Wäschestücke in die Trommel gegeben, um die mechanische Einwirkung auf die empfindlichen Fasern zu reduzieren. Die Trommel dreht sich daher auch nur kurz, bevor sie vor dem Richtungswechsel längere Pausen einlegt. Dieses Waschprogramm verbraucht am meisten Wasser und arbeitet mit den geringsten Drehzahlen im Schleudergang.
  • Wolle und Handwäsche: Das Programm für Wolle und Handwäsche entspricht dem für Feinwäsche. Allerdings werden noch weniger Wäschestücke in die Trommel gegeben.

Temperatur

Die Temperaturskala einer herkömmlichen Waschmaschine reicht von “kalt” über 30°, 40°, 60° bis 95° C, wobei viele Hersteller bei modernen Maschinen bereits auf die 95 Grad verzichten, da es sich hierbei um ein Relikt aus Omas Zeiten handelt, in denen Wäsche eben noch gekocht wurde. Mit unseren heutigen Waschmitteln es ist nicht mehr nötig, das Wasser zum Kochen zu bringen und in den allermeisten Fällen reichen Temperaturen zwischen 30 und 60 Grad, um den allermeisten Flecken Herr zu werden.

Kaltwäsche

Die meisten Wollpullis, Seidenstoffe und andere sehr empfindliche Textilien sollten nur mit kaltem Wasser bis 30 Grad gewaschen werden.

30 Grad

Unempfindliche Baumwolltextilien wie Schlafanzüge, Unterhemden, Socken oder T-Shirts, die nur normal verschmutzt sind, können bei 30 Grad als Buntwäsche gewaschen werden und werden porentief rein.

Den grössten Teil deines Wäschebergs kannst du bei 30 Grad mit dem Pflegeleicht-Programm waschen. Dazu zählen Shirts, Hemden, Hosen, Baumwollpullover etc.

Für empfindlichere Stücke wie Blusen, Kleider, Röcke, Unterwäsche aus Spitze oder Stücke aus synthetischem Gewebe empfehlen wir einen Feinwaschgang bei 30 Grad.

40 Grad

Für stärker verschmutzte, unempfindliche Baumwolltextilien reichen 40 Grad im Buntwäscheprogramm in der Regel völlig aus. Bedenke: Jedes Grad mehr kostet dich bares Geld in Form von Strom.

60 Grad

Handtücher, Unterwäsche, Bettwäsche und auch Babykleidung werden bei 60 Grad heissem Wasser hygienisch rein.

3. Warten

Ein Waschgang dauert je nach Programm zwischen 15 (Kurzwaschprogramme zum Auffrischen verschwitzter Kleidung) und 90 Minuten. Wenn das Waschprogramm durchgelaufen ist, schaltet sich die Waschmaschine automatisch aus.

Ein Tipp: Direkt nach dem Waschprogramm dauert es noch 60 Sekunden, bis die Waschmaschine den Öffnungsmechanismus der Tür freigibt. Du wärst nicht der erste, der den Griff seiner Tür abreisst, weil er es einfach nicht abwarten kann, das Ergebnis seiner Arbeit zu bestaunen.

Wenn du also ungeduldig vor deiner Waschmaschine hockst und die letzten Umdrehungen durch das Bullauge verfolgst, warte auf ein deutlich hörbares “Klick”, bevor du anfängst, an der Maschine rumzureissen.

4. Trocknen

Nach dem Waschen muss die Wäsche trocknen. Dazu kannst du sie entweder in einen elektrischen Wäschetrockner geben – und dich damit quasi persönlich für das Aussterben der Eisbären verantwortlich erklären – oder sie auf eine Wäscheleine hängen – und einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Eisbären leisten.

Gehen wir einfach mal davon aus, dass du Eisbären genauso toll findest wie ich und deine Wäsche aufhängst. Achte darauf, dass du einen gut gelüfteten Ort wählst. Selbst wenn es an kälteren Tagen etwas länger dauern mag, bis die Wäsche schranktrocken ist – stehende Luft ist dein Feind. Sie sorgt dafür, dass die Wäsche ruckzuck muffig riecht. Und wenn dir das schon auffällt, wenn du das Shirt aus dem Schrank holst – warte mal, bis dein Körper den Stoff erwärmt hat und riech dann nochmal…

T-Shirt, Hemden und Hosen werden kopfüber aufgehängt, um lästige Markierungen der Wäscheklammern im Schulter- oder Bundbereich zu vermeiden. Ausserdem verhindert man so, dass sich nasse Kleidung verzieht und nach dem Trocknen irgendwie ausser Form aussieht.

Achte darauf, die Wäsche lange genug zu trocknen. Legst du sie zu feucht in den Schrank, wird sie ruckzuck muffig und kann sogar anfangen zu schimmeln.

Wäsche waschen Schmuckbild

Die 10 beliebtesten Fehler beim Wäschewaschen

In etwa 95 Prozent aller Haushalte in der westlichen Welt steht eine Waschmaschine. Und obwohl die Dinger immer moderner und smarter werden, folgen viele von uns immer noch Routinen, die wir von den Eltern übernommen haben, die sie wiederum von deren Eltern geerbt haben. Die Routinen den neuen, modernen Gegebenheiten anpassen? Oftmals Fehlanzeige. Daher kommt jetzt die Liste der zehn beliebtesten Fehler beim Wäschewaschen, damit du sie in Zukunft nicht mehr machst.

1. Die Waschmaschine ist nur halb voll

Fülle deine Trommel bis oben hin (natürlich nicht bei Spezialprogrammen wie Wolle oder Handwäsche). Wenn du die Maschine mit einer halb vollen Trommel auf die Reise schickst, verschwendest du Energie und Wasser. Ausserdem ist die Einwirkung der mechanischen Kraft auf die Wäsche grösser, da sie mehr Platz hat, sich in der Trommel zu bewegen.

2. Zu heiss waschen

In den allermeisten Fällen reichen Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad völlig aus. Nur bei starken Verschmutzungen kann es nötig sein, die Wäsche bei 60 Grad zu waschen. Das Waschen bei 95 Grad ist so unnötig geworden, dass Hersteller bei modernen Maschinen bereits auf entsprechende Programme verzichten.

Wenn überhaupt, dann kannst du Bettwäsche und Handtücher bei 95 Grad waschen, wenn eine Viruserkrankung in deinem Haushalt umgeht. In aller Regel aber gilt: Völliger Quatsch, der nur unnötig viel Geld kostet.

3. Waschen mit zu viel Waschmittel

Wer bei der Dosierung des Waschmittels nach der Methode “Viel hilft viel” vorgeht, handelt mit Zitronen. Nicht nur belastet er die Umwelt mehr als notwendig. Obendrein gibt er/sie auch noch unnötig viel Geld aus. Moderne Waschmaschinen sind nämlich so smart, dass sie eine Überdosierung von Waschmittel erkennen und dies durch eine grössere Wassermenge und zusätzliche Spülgänge wieder ausgleichen. Dadurch dauert der Waschgang länger und wird teurer (Versuch im 21. Jahrhundert nicht mehr, deine Maschinen zu verarschen. Die Dinger sind smarter als wir).

Selbst wenn dein Wasser hart sein sollte und du nach Verpackungsangabe ein bisschen mehr dosieren sollst, reicht bei schwach und normal verschmutzter Wäsche die Menge für mittelhartes Wasser. Lediglich bei stark verschmutzter Wäsche und einem harten Wasser ist es sinnvoll, die Dosierung für hartes Wasser zu verwenden.

4. Waschen mit Vorwäsche

Normal und selbst stark verschmutzte Kleidung wird im Hauptwaschgang und ganz ohne Vorwäsche sauber. Nur bei extrem verschmutzter Kleidung kann eine Vorwäsche nötig sein.

5. Zu oft waschen

Gehörst du zu denen, die ein T-Shirt nur einmal anziehen, bevor sie es in die Wäsche geben und eine Jeans höchstens drei Tage lang tragen, bevor sie als unwürdig erklärt wird? Dann schmeisst du vermutlich viel Geld zum Fenster raus, indem du deine Kleidung zu oft wäscht.

Vor allem Kleidung, die keinen direkten Kontakt zum Körper hat und die nicht befleckt ist, kann in den meisten Fällen einfach zum Lüften an die frische Luft gehängt werden und ist danach wieder good to go.

Wenn du feinmotorisch nicht über Gebühr eingeschränkt bist und es schaffst, ein Abendessen ohne Kleckern zu überstehen, dann kannst du deine Jeans getrost für fünf bis zehn Tage tragen, bevor du sie in die Wäsche gibst. Das schont neben der Umwelt vor allem die erstaunlich empfindlichen Fasern dieser ehemaligen Arbeitshose amerikanischer Farmarbeiter.

6. Chemie-Cocktail

Wie oben gelernt, reichen im Prinzip drei Waschmittel aus: ein Vollwaschmittel, ein Colorwaschmittel und ein Feinwaschmittel. Wenn du mich fragst, reicht das Waschmittel aus unserem Sauberkasten für alles aus, aber ich glaube auch, dass wir keine Teller brauchen, wenn wir uns nur angewöhnen würden, aus dem Topf zu essen.

Obwohl also maximal drei Waschmittel völlig ausreichend sind, findet man in vielen Waschküchen ein beeindruckendes Sammelsurium an Flaschen, Töpfchen und Kartons. Ob für Schwarzes oder Seide, für Sportsachen oder Arbeitskleidung, Daunen oder Synthetik – für alles gibt es ein spezielles Waschmittel. Dazu gesellen sich noch jede Menge Enthärter, Entkalker, Entfärber und Entferne für Flecken.

Braucht es das? Nicht, wenn man nicht der Hersteller dieser Produkte ist. Sogar Weichspüler ist mehr als flüssig – sozusagen überflüssig.

7. Waschen mit dem falschen Programm

In vielen Fällen reicht ein Pflegeleicht-Programm. Dies ist kürzer und wäscht bei niedrigeren Temperaturen. Dennoch entscheiden sich immer noch zu viele Menschen im wahrsten Sinne des Wortes für das volle Programm.

Viele Kleidungsstücke dürfen nicht zu heiss gewaschen werden, da sie ansonsten ihre Farben oder ihre Form verlieren und einlaufen. Achte daher genau auf die Angaben in den Etiketten der Kleidungsstücke, wie die entsprechenden Stücke zu waschen sind und wähle das entsprechende Programm.

8. Trocknen im Wäschetrockner

Wer heute noch im Wäschetrockner trocknet, ist nicht nur persönlich für das Aussterben der Eisbären, sondern ausserdem für das Abschmelzen der Polkappen und die Ausdehnung der Kalahari-Wüste verantwortlich und ist moralisch mit Kreuzfahrern und Plastiktellerbenutzern auf eine Stufe zu stellen.

9. Zu kurze Waschdauer

Auch wenn es widersprüchlich klingt: Kurzwaschprogramme verbrauchen wesentlich mehr Energie als ein Buntwäscheprogramm. Das liegt daran, dass das Waschmittel bei diesen Programmen keine Zeit hat, vernünftig einzuwirken und den Schmutz zu lösen. Daher muss das Wasser stärker erhitzt werden, um dieselbe Waschleistung in einer kürzeren Zeit zu erzielen.

Wenn du auf das Kurzwaschprogramm verzichtest, kannst du bis zur Hälfte an Energie pro Waschgang sparen.

10. Eine veraltete Waschmaschine

Moderne Waschmaschinen verbrauchen in ihrem Leben fast 30.000 Liter Wasser, 200 Kilowattstunden Strom und neun Kilogramm Waschmittel weniger als eine Maschine, die vor 25 Jahren hergestellt wurde. Das geht aus einem Bericht des Bayerischen Rundfunks hervor.

Wenn dein alte Waschmaschine bereits aus dem letzten Loch pfeift und du dich mit dem Gedanken trägst, eine neue zu kaufen, halte Ausschau nach Modellen, die mit der höchsten Energieeffizienzklasse A+++ kommen. Das spart auf lange Sicht eine Menge Geld.

Zusammenfassung

Das Waschen von Wäsche ist keine Hexerei und verlangt ausser dem gesunden Menschenverstand keinerlei Vorbildung. Wenn du die Wäsche vor dem Waschen nach Farben, Material und Verschmutzungsgrad trennst, dich für das richtige Waschprogramm und die richtige Menge Waschmittel entschieden hast, bist du eigentlich schon durch mit dem Thema, da den Rest die vollautomatische Waschmaschine erledigt.

Wer neben seinem Geldbeutel auch die Umwelt schonen möchte, nimmt am besten Abschied von Omas Waschtraditionen und freundet sich mit dem Gedanken an, dass die Dinge im 21. Jahrhundert einfach anders laufen als noch in den 1950ern, als die ersten vollautomatischen Waschmaschinen auf den Markt kamen. Du wäscht auch nicht mehr wie die alten Sumerer, warum also noch waschen wie deine alte Oma?

2 Kommentare zu „Wäsche waschen – eine Wissenschaft für sich“

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