Nachhaltiger Leben durch Notvorrat – Das lehrte ich durch Krisen

Notvorrat altmodisch oder doch nicht? Hast du in den vergangenen Tagen die News auch ein bisschen näher als sonst verfolgt? Ich schon. Die Krise in der Ukraine, dieser überraschende Krieg, den zumindest ich so in keiner Form erwartete hätte, ist Realität geworden. Die Nachrichten sind voll mit Bildern und Geschichten, wie wir sie bestenfalls aus weit entfernten Ländern und Kontinenten bzw. dem Fernsehen kenne.

Diese Bilder haben zumindest bei mir den einen oder anderen Gedankengang angestossen und mich daran erinnert, was die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind, z.B. Essen. Was heute absolut selbstverständlich ist, kann sich in sehr kurzer Zeit drehen und vielleicht ein Anstoss für eine Verhaltensänderung sein.

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL empfiehlt bereits seit Jahrzehnten einen Notvorrat anzulegen. Die Liste mit möglichen Nahrungsmitteln für deinen Vorrat ist am Ende des Artikels.

Das Thema scheint auch langsam aber sicher an Aufmerksamkeit zu gewinnen (Daten von Google Trends).

Interesse für Notvorrat über die letzten fast 20 Jahre
Interesse für Notvorrat über die letzten fast 20 Jahre

In diesem Artikel geht es weniger um den Notvorrat, sondern vielmehr um die daraus resultierenden Ess- und Kochgewohnheiten. Wenn mal der Gefrierschrank nicht mehr da ist und auch das Steak fehlt, geht es zurück zu den Grundlagen:

  • Kohlenhydrate
  • Vitamine
  • Proteine
  • Fette

In den letzten Monaten habe ich mich vor allem mit Proteinen auseinandergesetzt. Im Volksmund gilt: Proteine = Fleisch und Eier, aber das ist lediglich die halbe Wahrheit. Zudem lässt sich Fleisch schlecht (bzw. nur sehr aufwändig) lagern (ausser du besitzt einen sehr grossen Garten für ein paar Kühe oder Schafe) und hinterlässt zudem einen beachtlichen Abdruck in der Umwelt.

Diese Notvorrat-Lebensmittel sind proteinreich

Dabei ist die Lösung einfach und lecke: Hülsenfrüchte. Es gibt sie in praktisch allen Formen und Farben: Rot, grün, schwarz und weiss. Sie können entweder in der Dose oder getrocknet gekauft werden und somit jahrelang gelagert werden. Die getrockneten Bohnen haben einen kleinen Nachteil: sie müssen über Nacht eingeweicht werden -> Vorausplanung ist somit ein Muss!

Hier ein paar Ideen für Rezepte mit Hülsenfrüchte (und sonst einfach mal bei Google nachfragen):

  • Linsensuppe (Linsen müssen nicht eingeweicht werden)
  • Chili (Kidney Bohnen)
  • Humus (Kichererbsen)
  • Frikadellen (rote Bohnen)
  • Alle möglichen Eintöpfe
  • Bohnensalat (mit Fetakäse)
  • Kichererbsen-Curry
  • Falafel (Kichererbsen)
Spinatpesto als Brotaufstrich

Dann mein neuester Liebling: Pesto bzw. Brotaufstriche. Seit ich bei Loumalou gelernt habe, wie einfach und kreativ Pesto sein kann, bin ich Pestoliebhaber. Dazu liefert Pesto gesunde Öle und Fette vereint mit Vitaminen:

  • Pesto aus dem Broccoli-Stiel
  • Feldsalat-Pesto
  • Spinat-Pesto

Das Grundrezept ist relativ einfach: Olivenöl, Nüsse, Salz und Pfeffer und dann eben Spinat, Broccoli, Feldsalat oder worauf auch immer du Lust hast.

Und was hat Krieg mit Nachhaltigkeit zu tun?

Nicht direkt, aber indirekt kann es schon einen Einfluss haben: Die Krisen führen dazu, dass wir uns wieder vermehrt auf Regionalität und Saisonalität konzentrieren, weil gewisse Güter vielleicht nicht mehr erhältlich sind oder viel teurer sind oder man sich ganz einfach mal wieder Gedanken macht, was alles so möglich ist.

Vielleicht ist es als Fast-Food Gesellschaft auch an der Zeit, anstatt der Dosensuppe mal wieder eine Gemüsesuppe zu kochen (mit richtigem frischen Gemüsen) oder einen Eintopf mit Zutaten vom Bauer nebenan zuzubereiten. Vielleicht ist das der Moment den Backofen nicht einfach nur für die Fertigpizza und die Aufbackbrötchen zu verwenden, sondern um darin ein hausgemachtes Brot zu backen.

Fazit

Ich bin kein Vegetarier und schon gar kein Veganer, aber ein kritischer Denker. Es geht mir nicht darum, eine Welt voller Vegetarier zu schaffen, sondern eine voller bewusst lebender Menschen. Der Rest ergibt sich von selbst.

Nachhaltigkeit ist eine Lebenseinstellung und nicht eine einzelne Aktion. Einschneidende Ereignisse, wie Covid oder der kürzliche Kriegsausbruch in der Ukraine, helfen Prioritäten zu sortieren, neue Blickwinkel auf festgefahrene Gewohnheiten zu erlangen und schlussendlich auch neue Gewohnheiten zu schaffen. Und mit einer entsprechenden Umstellung machst du dich bereit für schwierige Zeiten und tust gleichzeitig etwas für die Umwelt.

Welche Gedanken hast du dir schon dazu gemacht?

Mögliche Nahrungsmittel für den Notvorrat

Gemüse

  • Tomatenkonserven
  • Gemüsekonserven (Mais, Möhren, Erbsen, Pilze im Glas)
  • Sauer eingelegtes Gemüse (Essiggurken)
  • vakuumiertes Gemüse (Rote Bete, Mais)
  • in Öl eingelegtes Gemüse (Tomaten, Oliven)
  • frischer Kürbis
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Gemüsesäfte

Obst

  • Obst im Glas (Sauerkirschen, Mandarinen, Beerenobst, Ananas, Pflaumen, Birnen)
  • Fruchtmus (Apfelmus)
  • getrocknete Früchte (Datteln, Aprikosen, Rosinen)
  • frische Äpfel
  • getrocknete Apfelringe
  • Fruchtsäfte
  • Fruchtkompott

Kohlenhydrate

  • Kartoffeln
  • Vollkornnudeln
  • Vollkorngrieß
  • Vollkornmehl
  • Couscous
  • Getreideflocken (Haferflocken)
  • Vollkornmüsli
  • Vollkornknäckebrot
  • Zwieback
  • Reis
  • vakuumierte Maronen

Proteine

  • getrocknete Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Kidneybohnen, Sojabohnen, Linsen)
  • Hülsenfrüchte in Konserven (Erbsen, Kichererbsen, Bohnen)
  • H-Milch
  • Proteinpulver
  • Hühnereipulver/ Hühnerei im Tetrapack
  • Pseudogetreide (Amaranth, Quinoa)
  • Bestimmte Nüsse, Kerne und Samen (Erdnüsse, Mandeln, Sesam, Kürbiskerne)

Gesunde Fette

  • Rapsöl
  • Olivenöl
  • Fisch in Konserven (Thunfisch)
  • Nüssen (Walnüsse, Haselnüsse)
  • Nussmus (Mandelmus, Erdnussmus, Haselnussmus)

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